Fachzeitschriften in der Arbeitsmedizin
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Arbeitsmedizinische Fachzeitschriften
Deutsche arbeitsmedizinische Fachzeitschriften bieten hier einen großen Nutzen: Sie vermitteln praxisnahe Einblicke in betriebliche Gesundheitsförderung, psychische Gesundheit, Ergonomie, Prävention, Diagnostik arbeitsbedingter Erkrankungen, Berufskrankheiten sowie Rehabilitation. Durch eine Lektüre dieser Fachmedien können Facility Manager ihr Fachwissen ausbauen, rechtliche Neuerungen im Arbeitsschutz verfolgen und wissenschaftlich fundierte Lösungen für den Arbeitsalltag ihrer Einrichtungen finden. Im Folgenden wird eine Übersicht wichtiger deutscher Fachzeitschriften im Bereich Arbeitsmedizin vorgestellt. Für jede Zeitschrift werden Schwerpunkt, Zielgruppe und spezifische Relevanz für das Facility Management beschrieben, ergänzt durch den jeweiligen Link zur Publikation.
Fachzeitschriften als Wissensbasis in der Arbeitsmedizin
Arbeitsmedizin, Sozialmedizin, Umweltmedizin (ASU)
Vollständiger Name: Arbeitsmedizin, Sozialmedizin, Umweltmedizin – Zeitschrift für Prävention (häufig kurz ASU genannt).
Thematischer Schwerpunkt: Die ASU gilt als das deutschsprachige Leitmedium der Arbeitsmedizin. Sie fokussiert auf medizinische Prävention und betriebliche Gesundheitsförderung, speziell im arbeitsmedizinischen Kontext. Jede Monatsausgabe behandelt ein wechselndes Schwerpunktthema in der Rubrik „Praxis“ mit hochwertigen, praxisorientierten Fachartikeln für den Berufsalltag. Daneben bietet die Rubrik „Wissenschaft“ peer‐reviewte Originalarbeiten und Leitlinien, sodass die Leserschaft stets auf dem neuesten Stand der Forschung bleibt. Dabei deckt die ASU ein breites Spektrum relevanter Themen ab – von Arbeitsphysiologie und Arbeitssicherheit über psychische Gesundheit am Arbeitsplatz bis hin zu rechtlichen Aspekten der Arbeitsmedizin.
Relevanz für Facility Manager: Obwohl sich die ASU primär an Betriebsärzte und Arbeitsmediziner wendet, profitieren auch Facility Manager von ihren Inhalten. Die Zeitschrift liefert aktuelle Erkenntnisse und Best Practices zur Gestaltung gesunder Arbeitsplätze – etwa in Bezug auf Ergonomie, Beleuchtung, Raumklima oder die präventive Vermeidung von Arbeitsunfällen. Facility Manager können aus den praxisnahen Artikeln Maßnahmen ableiten, um z.B. ergonomische Arbeitsbedingungen zu schaffen oder arbeitsbedingten Gesundheitsrisiken frühzeitig vorzubeugen. Auch Themen wie betriebliche Pandemieprävention oder psychosoziale Belastungen werden behandelt, was für das Management von Gebäuden und Belegschaft in der heutigen Zeit wichtig ist. Kurz: Die ASU bietet wissenschaftlich fundiertes Hintergrundwissen und zugleich anwendungsorientierte Lösungsansätze, die Facility Manager bei der Gesundheitsvorsorge im Betrieb unterstützen.
Zielgruppe: Kernzielgruppe sind Betriebsärzte, Arbeitsmediziner und Fachleute des Gesundheitsschutzes in Betrieben. Darüber hinaus richtet sich die ASU an alle, die im betrieblichen Arbeitsschutz tätig sind – vom Sicherheitsingenieur bis zum Gesundheitsmanager. Für Facility Manager, die Schnittstellenfunktionen innehaben (etwa in Bezug auf Arbeitssicherheit, Gebäudemanagement und Mitarbeitergesundheit), ist die Lektüre ebenfalls lohnend.
Link zur Fachzeitschrift: asu-arbeitsmedizin.com (Website der Zeitschrift ASU – Arbeitsmedizin, Sozialmedizin, Umweltmedizin).
Zeitschrift für Arbeitswissenschaft
Vollständiger Name: Zeitschrift für Arbeitswissenschaft.
Thematischer Schwerpunkt: Die Zeitschrift für Arbeitswissenschaft (ZfA) ist die zentrale deutschsprachige Fachzeitschrift zur Arbeitswissenschaft und offizielles Organ der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft (GfA) e.V.. Sie besteht seit über 70 Jahren und widmet sich der gesamten interdisziplinären Themenpalette der Ergonomie und Arbeitsgestaltung. In wissenschaftlichen Fachbeiträgen werden neueste Forschungsergebnisse zeitnah veröffentlicht; parallel dazu bereiten praxisorientierte Artikel dieses Wissen verständlich und umsetzbar auf. Die Ausrichtung der ZfA ist bewusst breit: Sie beinhaltet Erkenntnisse und Stellungnahmen aus Fachdisziplinen wie Ergonomie, Psychologie, Medizin, Physiologie, Anthropometrie, Soziologie, Wirtschaftswissenschaften und Ingenieurwesen. Schwerpunkte liegen auf den ergonomischen, technischen, organisatorischen und sozialen Bedingungen von Arbeit und Arbeitsprozessen. Die Zeitschrift erscheint viermal jährlich, teils als freie Sammelausgaben, teils als Themenhefte zu aktuellen Fragestellungen der Arbeitsgestaltung. Eingereichte Artikel durchlaufen ein strenges Double-Blind-Peer-Review-Verfahren, was die wissenschaftliche Qualität sicherstellt.
Relevanz für Facility Manager: Im Kern beschäftigt sich die ZfA mit der menschenzentrierten Gestaltung der Arbeit – ein Thema, das für Facility Manager beim Einrichten von Arbeitsplätzen und -räumen zentral ist. Aus den ergonomischen Studien und Praxisbeispielen können FM-Verantwortliche erfahren, wie Arbeitsplätze gesundheits- und leistungsfördernd gestaltet werden können. Beispiele: Optimale Beleuchtungs- und Akustikbedingungen im Büro, ergonomische Möblierung und Ausrüstung, sinnvolle Arbeitszeitmodelle oder die Gestaltung von Pausenräumen – all dies sind Themen, die in der Arbeitswissenschaft untersucht und in der ZfA diskutiert werden. Auch die Auswirkungen der Digitalisierung auf Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten sind ein aktueller Schwerpunkt, der Facility Managern hilft, die Einführung neuer Technologien (z.B. Telearbeit, Automatisierung in Gebäuden) mit den Mitarbeitern im Blick zu planen. Kurz: Die ZfA vermittelt wissenschaftlich fundiertes Know-how zur humanen Arbeitsgestaltung, das Facility Manager nutzen können, um Arbeitsumgebungen zu optimieren und arbeitsbedingte Gesundheitsrisiken zu reduzieren. Gerade wenn FM-Abteilungen Projekte zur Verbesserung der Arbeitsplätze anstoßen (sei es ein neues Bürokonzept oder eine Produktionshallengestaltung), liefert diese Zeitschrift Hintergrundwissen und Orientierung.
Zielgruppe: Primär richtet sich die Zeitschrift an Wissenschaftler und Fachleute im Bereich Ergonomie und Arbeitsforschung – etwa Arbeitswissenschaftler, Ingenieure, Arbeitspsychologen, Medizinergonomiekreise sowie an Praktiker in Unternehmen, die Arbeitsprozesse gestalten (z.B. Industrial Engineers, Arbeitsschutzverantwortliche). Ambitionierte Facility Manager, die an der Schnittstelle von Mensch, Technik und Organisation arbeiten, zählen ebenfalls zur erweiterten Zielgruppe, da sie die Erkenntnisse der Arbeitswissenschaft in die betriebliche Praxis umsetzen können.
Link zur Fachzeitschrift: zfa-online.de (Website der Zeitschrift für Arbeitswissenschaft mit Informationen und Archiv).
DGUV Forum – Fachmedium für Prävention, Rehabilitation, Versicherungsrecht, Forschung
Vollständiger Name: DGUV Forum – Fachzeitschrift für Prävention, Rehabilitation, Versicherungsrecht, Forschung.
Thematischer Schwerpunkt: DGUV Forum ist die offizielle Fachzeitschrift der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), des Spitzenverbands der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen. Entsprechend behandelt sie ein breites Spektrum von Themen aus Sicht der Unfallversicherungsträger: Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, berufliche Rehabilitation (Wiedereingliederung verunfallter oder erkrankter Beschäftigter), Versicherungsrecht und Präventionsforschung. Das Magazin erscheint zehnmal jährlich und bietet Fachbeiträge, Interviews und Berichte zu aktuellen Entwicklungen in diesen Bereichen. Typische Inhalte umfassen z.B. Präventionskampagnen der Unfallkassen, neue Forschungsprojekte zur Unfallverhütung, Urteile und Rechtsfragen aus dem Sozialversicherungsrecht, sowie Einblicke in die Selbstverwaltung der Unfallversicherung. Wichtig zu betonen: Viele Artikel stammen direkt von oder für die Berufsgenossenschaften, was den hohen Praxisbezug und die aktuelle Relevanz unterstreicht. DGUV Forum ermöglicht damit den Austausch innerhalb der Unfallversicherungs-Community und informiert über Initiativen, die letztlich in allen Branchen Auswirkung auf den Arbeitsschutz haben.
Relevanz für Facility Manager: Auch wenn das DGUV Forum in erster Linie für Mitarbeitende und Führungskräfte innerhalb der gesetzlichen Unfallversicherung sowie für Fachpublikum in Ministerien, Gerichten und Forschungseinrichtungen konzipiert ist, lohnt sich ein Blick für Facility Manager vor allem aus zwei Gründen: Erstens erhält man aus erster Hand Informationen über neue Präventionsschwerpunkte und Kampagnen der Unfallkassen, die oft branchenübergreifend gelten – zum Beispiel Programme zur psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz oder zur Reduktion von Arbeitsunfällen. Diese Einblicke können Facility Managern helfen, eigene Präventionsmaßnahmen im Betrieb frühzeitig anzugehen im Einklang mit den Empfehlungen der Berufsgenossenschaften. Zweitens werden hier rechtliche Entwicklungen im Unfallversicherungsrecht beleuchtet (etwa Änderungen bei Vorschriften, neue DGUV-Regeln oder anerkannte Berufskrankheiten). Da Facility Manager mitunter auch für Unfallmeldungen, Gefährdungsbeurteilungen und die Umsetzung von BG-Vorgaben zuständig sind, liefert das DGUV Forum wertvolles Wissen, um auf dem Laufenden zu bleiben. Die Perspektive der Sozialversicherung ergänzt somit die medizinischen und technischen Blickwinkel anderer Journale. Insgesamt dient das DGUV Forum als spezialisiertes Informationsmedium, das Facility Managern ein tieferes Verständnis der institutionellen Seite von Prävention und Rehabilitation verschafft.
Zielgruppe: Hauptzielgruppe sind Beschäftigte und Entscheider innerhalb der DGUV und ihrer Mitglieder (Berufsgenossenschaften, Unfallkassen). Darüber hinaus richtet sich das Heft an Fachleute in Universitäten, Forschungseinrichtungen, Sozialgerichte, Ministerien und Arbeitsschutzbehörden, die mit Arbeitssicherheit und Unfallversicherung befasst sind. Für interessierte Fachleute außerhalb dieser Institutionen – wie z.B. Sicherheitsingenieure oder Facility Manager – ist das DGUV Forum vor allem als Hintergrund- und Szenemagazin wertvoll.
Link zur Fachzeitschrift: forum.dguv.de (Webportal DGUV Forum mit aktuellen Ausgaben als e-Paper und PDF-Download).
